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Interview Thomas „Tommy Ramöne“ Aldenrath

By LemmY | 20. Oktober 2008

Hamburg Ramönes
Marky Ramöne(drums)Jenzzzi Ramöne(bass)Tommy Ramöne(voc)Ecki Ramöne(guit)
Foto mit freundlicher Genehmigung von Jörg Kyas

Tommy wartet auf mich. Ich habe den Leadsänger der Hamburg Ramönes warten lassen. Der Mann, der schon DeeDee Ramone getroffen und Lemmy Kilmister gesprochen hat, wartet auf mich, wow. Im „Schwabinger Podium“ beantwortet er entspannt und ausführlich meine Fragen. Passenderweise wird das Podium gerade heute von einer Altherren-Jazzband beschallt, die Tommy geradezu körperliche Schmerzen bereitet.

Erzähl ein bisschen von Dir und den Hamburg Ramönes.

Tja, eigentlich bin ich eine Mogelpackung. Ich komme nicht aus Hamburg, sondern aus Dortmund. Punkrock wurde Ende der Siebziger zunächst aus England zu uns ins Ruhrgebiet gebracht. Die Soldaten der britischen Rheinarmee, die an Wochenenden die neuen Clubs im Ruhrgebiet unsicher machten, wollten letztlich Clash, Damned, Pistols etc. hören. Das elektrisierte mich und meinen besten Kumpel natürlich.

Irgendwann vor dem Abi 1983/84 war der Gedanke da, selbst Musik zu machen. Wir gründeten also eine Band und waren auch gar nicht so schlecht. Wir hatten sogar einen Deal mit „Constrictor“, dem damaligen Label von Philipp Boa. Nachdem wir uns allerdings nicht über den Stil einigen konnten, ich stand eher auf „Noise Pop“, die anderen nicht, war diese Band aber schon 1986 gestorben.

Tommy RamöneÜber die Bundeswehr bzw. seinen Bruder lernte ich bereits 1984 unseren Gitarristen und heutigen Bandchef Ecki kennen, der schon als E.K.T. mit Der Moderne Man Anfang der Achtziger eine Independent Größe war. Wir beide waren uns ziemlich schnell einig, nach Jahren des Nichtstuns wieder eine Band zu gründen.

Das Ende der Ramones 1996 traf uns natürlich hart, brachte uns aber zu der Erkenntnis, dass wir den Geist der Band am Leben erhalten sollten. Also coverten wir zunächst das Repertoire unserer grossen Vorbilder, die wir zig Mal live gesehen hatten. Anfangs traten wir sogar mit schwarzen Langhaaperücken auf. Wir starteten zu viert. Neben Ecki (git.) und mir (voc.) gehörten noch Hansi als Drummer und Axel als Bassist zu uns. Unser Programm wurde umfangreicher.

Wann erschien das erste Album und wann wurde die Band personell umbesetzt?

„Free Phil Spector“ erschien 2005 in einer Auflage von 1.000 Stück (inzwischen so gut wie vergriffen) und bestand zum größten Teil aus Eigenkompositionen.

Aus unterschiedlichen Gründen verließen uns Hansi und Axel im Frühjahr 2007. Sie wurden ersetzt durch Marky am Schlagzeug und Jenzzzi, der live den Viersaiter übernommen hat und aufgrund seiner langen Studioerfahrung mit Bands wie Gigantor, Phosphor oder aktuell Terry Hoax „Long Black Hair“ auch produziert hat. Der sog. wall of sound auf „Long Black Hair“ ist folglich Jenzzzi zu verdanken. Außerdem hat er die Stücke teilweise mit geschrieben. Er ist einer der größten Ramones-Nerds, die es gibt und gibt Dir schon mal einen Anpfiff, wenn Du die falschen Sneakers zum Auftritt an hast. Ich bin froh, dass er dabei ist.

Marky war/ist seit Beginn des Punkrocks Ende der Siebziger in diversen Bands aktiv gewesen, ist das Uhrwerk, auf das man sich verlassen kann. Ein super Typ, der die wichtigen schnellen Achtel spielen kann.

Letztlich verstärkt uns JayDee als Gitarrist, um bei Auftritten „full sound“ zu haben. Er ist nicht nur ein begnadeter Gitarrenakrobat, sondern auch, wie Jenzzzi, ein Profi im Musikgeschäft. Im „Nebenjob“ ist er A&R-Manager bei SPV in Hannover. Darüber hinaus beherrscht er wie kein zweiter ein supercooles Rotz-Kunststück…aber das gehört echt nicht hierher.

Schade, das hätte mich jetzt schon interessiert. Aber dieses Interview bekommen ja auch Kinder zu lesen. Du warst so nett, mir eine Vorabversion Eures neuen Albums zu schicken. Wann kann man das neue Stück denn kaufen?

Hamburg Ramönes - Long Black HairDas neue Album ist soeben vom Label in Mailand veröffentlicht worden. Wir werden den Release mit einem Konzert im Indra-Musik-Club in Hamburg am 25.10.2008 auf Sankt-Pauli feiern. Die CD erscheint bei Nicotine-Records, die Vinyl-Ausgabe, auf die ich mich als Schallplatten Junkie besonders freue, wird Ende diesen Monats bei „Tornado Ride Records“ erscheinen.

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    Hamburg Ramönes – Edge Of The World

Für die, die euch noch nicht live erlebt haben: Was erwartet mich bei einem Hamburg Ramönes-Konzert?

Wir spielen ca. 26 Songs in 60 Minuten, davon ca ein Drittel Eigenkompositionen, den Rest stellen die Ramones-Klassiker.
Es gibt wenig Gequatsche, ausser einer kleinen Ansage nach 3-5 Stücken, die einfach aus Luftholpause nötig ist. Als Opener läuft vor Beginn immer „Fussball ist unser Leben“, dann kommt – wen wundert’s – „The Good, The Bad And The Ugly“ von Ennio Morricone. Tja, und dann werden keine Gefangenen mehr gemacht (grins).
Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass wir uns, was Set und die Bühnenformation anbelangen, am Original orientieren, jedoch die Stücke nicht derart runterprügeln wie es bei „Da bruddas“ z.B. gegen Ende ihrer Dienstzeit war.

Du hast Dee Dee mal persönlich getroffen. Wie war das so?

Das war 1993/1994 in der Zeche Karl in Essen. Er kam rein und war tatsächlich so schmal und zerbrechlich wie er immer aussah. Viel geredet hat er nicht. Er wirkte völlig erschöpft und machte schon damals den Eindruck, vollkommen am Ende zu sein. Die Band war schwach, nicht eingespielt, teilweise mussten die Stücke neu angezählt werden. Während er als Mitgründer der wichtigsten Band dieses Planeten, als einer der talentiertesten Songwriter und Trendsetter im Punkrock vor 200 Leuten spielte, traten die Ramones mit C. Jay vor einigen tausend Leuten irgendwo anders auf. Das nennt man dann Schicksal, oder?

…und wie kam dein Treffen mit Lemmy von Motörhead zustande?

Tommy Ramöne und Lemmy KilmisterDas war wirklich witzig. Ich mache in Dortmund Radio, eine Punkrocksendung namens Der vierte Akkord, die auf „Eldoradio“ in Dortmund zu hören ist. Wir hatten einen Interviewtermin mit Motörhead ergattert.

Lemmy ist definitv cool und hat das schrägste Lachen, das man sich vorstellen kann. Anfangs war er noch übel angepisst von einem ZDF-Redakteur, der überhaupt keine Ahnung und Lemmy schwerst genervt hatte („wie lange willst Du das eigentlich noch machen, bist doch schon 60, Alter?“). Nachdem er allerdings mitbekommen hatte, dass ich insbesondere Fan bin, war er super nett und locker und beschäftigte sich ausgiebig mit der DVD und dem Buch des „Bang Your Head“-Festivals, das ich dabei hatte. Dabei leerte er nicht nur seinen Whisky-Cola, sondern auch gleich noch die Gläser von Mickey und Phil, die ebenfalls dabei waren. Ausserdem hatte er natürlich eine Menge Zoten zu erzählen.

Ein echter Glücksfall also. Wie sehen denn, mal ausser der neuen CD, eure Pläne für die nächste Zeit aus?

Für den 6. Dezember haben wir ein Nikolaus-Konzert in Dortmund im FZW geplant. Turbo AC’s sollen dieses headlinen.

Ferner erscheint eine Weihnachts-Single auf Nicotine/Tornado Ride Records. Das Label mag unser Zeugs augenscheinlich. Sie enthält mit „Merry Christmas“ und „Amy“ (das Stück soll Mrs Winehouse retten) zwei neue Stücke. Die Aufnahmen dazu haben wir bereits im Juli gemacht. War schon ein bisschen merkwürdig, im Hochsommer im Studio mit Weihnachtsglocken herumzuhantieren. Wir überlegen, einen Teil der Einnahmen für einen guten Zweck zu spenden.

Für 2009 stehen dann auch Mailand (home base unseres Labels) und – hoffentlich – New York auf dem Zettel. Du siehst, wir werden als Punkrock-Veteranen doch noch die Welt erobern (grins)!

Für mich als (zugereister) Münchener ganz zum Schluss die wichtigste Frage: Wo und wann werdet ihr hier in der Stadt zu sehen sein?

Auf jeden Fall werden wir im „Feierwerk“ auftreten. Im Frühjahr 2009. We’re gonna kick ass. Einen genauen Termin gibt es allerdings noch nicht. Gabba Gabba, we accept you one of us.

Danke für das Gespräch.

Hamburg Ramönes Live
Hamburg Ramönes mit JayDee Ramöne an der Gitarre

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Eine Antwort in “Interview Thomas „Tommy Ramöne“ Aldenrath”

  1. billwärder shaolin Says:
    Oktober 31st, 2010 at 15:13

    da staunste, der shark wieder online. werd demnächst versuchen, wieder was zu schreiben, wenn wir über dem bach sind. meine wilma hat gerade wieder mal ne schwere op über sich ergehen müssen und leidet halt wie ein echter hund und ich leide mit. gabba gabba hey….nobby aus der freien unf fussballstadt hamburg

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